Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein Sonderburg-Augustenburg (1858-1921)

Portrait: Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein Sonderburg
Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein Sonderburg, Philip Alexius de László, 1908, (Ausschnitt) © Wikimedia Commons

Die älteste Tochter des Herzogs Friedrich VIII. (1829-1880) und seiner Gemahlin Adelheid, Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg (1835-1900) heiratete 1881 den preußischen Kronprinzen und wurde nach dessen Thronbesteigung als Wilhelm II. 1888 Königin von Preußen und deutsche Kaiserin.

Auguste Viktoria, Mutter von sieben Kindern, ordnete sich ihrem Ehemann in allen außerfamiliären Belangen vollständig unter. Sie nahm die ihr vorgegebene Rolle in der öffentlichen Inszenierung an der Seite des Kaisers ein, bis hin zur strikten Befolgung von Diät- und Bekleidungsvorschriften. Obwohl sie pragmatischer veranlagt war als Wilhelm II. und in ihrem Urteilsvermögen oftmals realistischer, verzichtete sie im Gegensatz zu ihren beiden Vorgängerinnen auf eine dezidiert politische Betätigung.

Ein öffentlich wirksames Betätigungsfeld bestand aus den vom Kaiserpaar geförderten Neubauten und Restaurierungen von Kirchen im gesamten Reich. Hier blieb vor allem die Gremien- und Konzeptarbeit der frommen Kaiserin überlassen. Sie war Protektorin des bereits im Mai 1888 gegründeten Evangelisch-Kirchlichen Hilfsvereins „zur Bekämpfung des religiös-sittlichen Notstands“, aus dem 1890 der Evangelische Kirchenbauverein hervorging. Der 100. Kirchenbau des Vereins (davon 38 allein in Berlin) war die 1913 eingeweihte neuromanische und aufwändig ausgestattete Erlöserkirche in Gerolstein. Bei der Einweihung der restaurierten Willibrordi Kirche in Wesel vertrat die Kaiserin 1896 ihren Gemahl und wiederholte den Besuch 1902 in seiner Begleitung.

Hinzu trat ein nachhaltiges karitatives Engagement. Auguste Viktoria übernahm unter anderem das Protektorat der Deutschen Rot-Kreuz-Gesellschaft und gründete1899 die „Evangelische Frauenhilfe“ in Berlin. Bereits zwei Jahre später formierte sich der regionale Dachverband „Frauenhülfe im Rheinland“ in Köln. Dieser gründete 1906 das Auguste-Viktoria-Heim in Barmen. Hier wurden Frauen in Krankenpflege ausgebildet, und das Haus diente auch als Erholungsort für Frauen aus ärmeren Gesellschaftsschichten. Während des Ersten Weltkrieges verlagerten sich die Pflichten der Kaiserin auf die Probleme der Versorgung Verwundeter. Im Sommer 1917 reiste sie nach Essen, Düsseldorf und Köln, um sich einen persönlichen Eindruck über die Bedürfnisse und die Arbeiten in den Vereinslazaretten zu verschaffen.

Ihr taktvolles, authentisches Auftreten und ihr wohltätiges Engagement brachten der Kaiserin große Sympathien ein. In den letzten Friedensjahren war Auguste Viktoria das weitaus beliebteste Mitglied der kaiserlichen Familie. Sie folgte, bereits schwer herzkrank, ihrem Mann ins Doorner Exil, wo sie 1921 starb. Anlässlich der nächtlichen Rückführung des Leichnams säumten auch in Westdeutschland Tausende die Bahnstrecke. An der Beisetzung in Potsdam nahmen an die 200.000 Trauergäste teil.

Weitere Informationen: 

Die Rheinische Frauenhilfe von Annett Büttner im Portal Rheinische Geschichte

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