Schloss Drachenburg in Königswinter

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Königswinter, Schloss Drachenburg © shutterstock

Gemeinde(n): Königswinter
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Adresse: Drachenfelsstraße 118, 53639 Königswinter
Architekten: Leo von Abbema (1852-1929) & Bernhard Tüshaus (1846-1909), überarbeitet durch Wilhelm Hoffmann (1820-1890)
Baujahr: 1882-1884

Der Drachenfels zählt damals wie heute zu den beliebtesten Ausflugszielen im Rheinland. Unterhalb der Burgruine Drachenfels wurde zwischen 1882 und 1884 im Auftrag von Baron Stephan von Sarter (1833-1902) Schloss Drachenburg errichtet. Stephan von Sarter wurde als Sohn eines Gastwirts in Bonn geboren. Nach einer Banklehre bei Sal. Oppenheim jr. & Cie. in Köln zog er nach Paris und erwirtschaftete als Börsenfachmann durch den Handel mit Aktien der Suezkanal-Gesellschaft ein großes Vermögen. Der Herzog Georg von Sachsen-Meiningen erhob Sarter 1881 in den Adelsstand. 

Sarter beauftragte den Bau von Schloss Drachenburg als repräsentativen Wohnsitz. Neben dem eigentlichen Wohngebäude im Stil des Historismus umfasst die Anlage eine Vorburg und einen Landschaftsgarten. Die Entwürfe wurden von dem Düsseldorfer Architekturbüro Tüshaus & von Abbema ausgearbeitet. Wilhelm Hoffmann, der als Zeichner an der Kölner Dombauhütte und bei Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner tätig war, überarbeitete die Entwürfe. 

Die historischen Wohnräume mit der Empfangshalle, der Kunsthalle und der Bibliothek sind einzigartige Zeugnisse großbürgerlicher Wohnkultur im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Haupttreppenhaus zeigen die Bildnisse von Monarchen in Verbindung mit dem sichtbar angebrachten Wappen des zweiten deutschen Reiches im Fenster der Ostwand eine Hinwendung des Hausherren zum Hause Hohenzollern.

Räume wie das Nibelungenzimmer, in dem Malereien mit Szenen aus dem Nibelungen-Lied zu sehen sind, stellen einen Bezug zur lokalen Geschichte her und verweisen auf den Drachenfels als mystischen Ort. 

Im 20. Jahrhundert wechselte Schloss Drachenburg mehrmals die Besitzer. Nach einer kurzfristigen Nutzung als Erholungsaufenthalt im Sommer, zog der Orden der Christlichen Schulbrüder ein und wandelte den Wohnsitz in ein Internat um. Auf Veranlassung der Nationalsozialisten musste das Internat Schloss Drachenburg verlassen und die nationalsozialistische Eliteschule, die Adolf-Hitler-Schule, bezog die Räumlichkeiten. 1942 wurde Schloss Drachenburg von Bombenangriffen getroffen, sodass in der Folge der Großteil der Glasmalereien und die Kunsthalle stark beschädigt wurden. Nach rund einem Jahrzehnt des Leerstandes kaufte der illustre Textilunternehmer Paul Spinat 1971 das Anwesen. Er veranlasste Restaurierungsarbeiten und gestaltete die Innenräume nach seinen Vorstellungen um. 
 
Nach dem Tod von Paul Spinat erwarb das Land Nordrhein-Westfalen 1989 durch das Vorkaufsrecht Schloss Drachenburg. Im gleichen Jahr begann die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege mit den umfassenden Restaurierungsarbeiten des seit 1986 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Nach mehr als sechzehn Jahren Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten konnte Schloss Drachenburg 2010 wieder für das Publikum geöffnet werden. 

Literatur (Auswahl):

Ulrich Schäfer (Hg.), Schloss Drachenburg im Siebengebirge, 2., überarb. Aufl., Berlin 2013

Nordrhein-Westfalen-Stiftung (Hg.), Schloss Drachenburg. Historistische Burgenromantik am Rhein, Berlin 2010


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Königswinter, Schloss Drachenburg © shutterstock
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