Königlich Preußisches Lehrerinnenseminar Koblenz

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Koblenz, Königlich Preußisches Lehrerinnenseminar © Holger Weinandt, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): -
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Adresse: Rheinau 3-4, 56075 Koblenz
Architekt(en): Regierungsbaumeister Fleck und Robert Leithold
Baujahr: 1907-1909

Die preußische Regierung führte 1825 die allgemeine Schulpflicht ein und unterstützte die Herausbildung eines dreistufigen Schulsystems bestehend aus Volksschulen, Realschulen und Gymnasien. An den Volksschulen wurde Schreiben, Lesen und Rechnen gelehrt, wobei ein wesentlicher Teil dem Religionsunterricht vorbehalten war. Ab 1871 stand auch die Vermittlung eines patriotischen Bewusstseins für Kaiser und Reich auf dem Stundenplan. Der Besuch des Gymnasiums war allein Kindern wohlhabender oder adeliger Eltern vorbehalten. 

Trotz dieser städtischen Bemühungen und den Reformen der preußischen Bildungspolitik war die Zahl der Kinder mit einer mangelnden Schreib- und Lesekompetenz zu Beginn des 20. Jahrhunderts hoch. Der Grund waren oftmals zu große Klassen, wenige Schulneubauten und ein Mangel an Lehrpersonal. Die preußische Regierung steuerte mit einer neuen Bildungspolitik gegen, was 1903 zur Gründung des Königlich Preußischen Lehrerinnenseminars in Koblenz führte. Die Lehrerinnen, die hier ausgebildet wurden, sollten später an den Volksschulen unterrichten. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen erhielten sie dafür allerdings weniger Gehalt und eine Heirat war ausgeschlossen. 

Nach Plänen der Regierungsbaumeister Fleck und Leithold beauftragte das Preußische Kultusministerium auf dem Oberwerth und dem Grundstück des ehemaligen Benediktinerinnenklosters den Neubau. Das im Stil der Neurenaissance gestaltete Seminargebäude wurde zwischen 1907 und 1909 errichtet. An diesem dreigeschossigen Hauptbau, dessen Fassade sich entlang des Rheinufers erstreckt, ist das markanteste Bauteil der reich verzierte Giebel. Rötlicher Sandstein prägt die Fassade. In nördlicher Richtung schließt sich ein Flügel mit Aula an. Im Süden liegen das Direktorenwohnhaus sowie eine Turnhalle. 

Die Gründung der Universität Koblenz-Landau im Jahr 1990 ist mit dem Königlich Preußischen Lehrerinnenseminar verknüpft, da die Universität rund ein Jahrzehnt lang die Räumlichkeiten nutzte. 

Seit 2002 ist das ehemalige Königlich Preußische Lehrerinnenseminar Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. Aktuell wird durch einen Projektentwickler für Immobilien das denkmalgeschützte Gebäude zu mehreren Eigentumswohnungen umgebaut. 

Literatur (Auswahl): 
Ingrid Bátori/ Dieter Kerber/ Hans Josef Schmidt (Red.), Geschichte der Stadt Koblenz, Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart (Band 2), Energieversorgung Mittelrhein GmbH, Stuttgart 1993

Udo Liessem, Die städtebauliche Entwicklung in Koblenz - Bauten des 19. Jahrhunderts, in: Ingrid Bátori, Dieter Kerber, Hans-Josef Schmidt (Hg.): Geschichte der Stadt Koblenz, 2 Bde, Koblenz 1992-1993, Bd. 2: Von der Französischen Zeit bis zur Gegenwart, Stuttgart 1992, S. 409-450


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Koblenz, Königlich Preußisches Lehrerinnenseminar, Wappen © Holger Weinandt, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons
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