Willibrordi Kirche in Wesel

Willibrordi_Dom_Wesel.jpg
Wesel, Willibrordi-Dom © H. Helmlechner / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Gemeinde(n): Wesel
Kreis(e): Düsseldorf
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Adresse: Großer Markt, 46483 Wesel
Architekt: Gerwin von Langenberg (15./16.Jh.) Paul Lehmgrübner (1855-1916) 
Baujahr: 1498-1540, Umbau 1883-1896

Patron der Hauptkirche Wesels ist der Hl. Willibrord, zu Anfang des 8. Jahrhunderts Missionar in Friesland, erster Abt des Klosters Echternach in Luxemburg und im Mittelalter besonders auch am Niederrhein verehrt. Die heutige Willibrordi-Kirche hat fünf Vorgängerbauten, wobei die ältesten Zeugnisse aus der karolingischen Zeit stammen. Bis zum 15. Jahrhundert wurde das Kirchengebäude stetig erweitert und ab 1498 zu einer fünfschiffigen Basilika ausgebaut. Unter der Bauleitung Gerwin von Langenbergs entstand ein letzter Höhepunkt spätgotischer Sakralbaukunst am Niederrhein. Fläche und äußere Gestaltung sowie Harmonie, reiche und kunstvolle Ausstattung des Inneren entsprachen tatsächlich einem „Dom“, wie die Kirche inoffiziell auch genannt wurde. Während der Innenraum weitestgehend fertiggestellt wurde, kam es nicht zum vollendeten äußeren Ausbau im Sinne des Langenbergschen Konzepts.

Seit 1540 eine protestantische Kirche, musste St. Willibrord 1869 wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Die Kirche wurde zwischen 1883 und 1896 auf Betreiben des preußischen Staatskonservators und der Oberbaudeportation unter Förderung auch des Kaiserhauses renoviert. Nach Plänen von Paul Lehmgrübner erfolgte darüber hinaus eine neugotische Ergänzung um weitere Bauteile: Chorumgang, Strebesystem, Wölbung von Chor, Mittel- und Querschiff, Süd- und Nordgiebel sowie ein neuer Turm. Über dem Nord- und Südportal wurden Standbilder des Großen Kurfürsten und Wilhelms I. angebracht. Diese „Sakralisierung“ zweier protestantischer Landesherren verlieh der Willibrordi-Kirche jedenfalls ein Alleinstellungsmerkmal im Rheinland. Die Einweihung der renovierten und vollendeten Kirche fand 1896 im Beisein der Kaiserin Auguste Viktoria statt.

Literatur (Auswahl): 
Martin Wilhelm Roelen, Wesel, Kleine Stadtgeschichte, (Studien und Quellen zur Geschichte von Wesel, Band 38), Wesel 2017

Veit Veltzke, Wesel und die Niederrheinlande, Duisburg 2018


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