Hohenzollernbrücke in Köln

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Köln, Kölner Dom und Hohenzollernbrücke © Shutterstock.com

Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): -
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Adresse: Hohenzollernbrücke, 50679 Köln
Ingenieur(e)/ Architekt(en): Friedrich Dircksen (1874-1907), Fritz Beermann (1856-1928) und Franz Heinrich Schwechten (1841-1924)
Baujahr: 1907-1911

Der Bau der Kölner Hohenzollernbrücke hatte nicht nur verkehrstechnische Gründe, sondern war auch eine symbolische Anbindung an Preußen. In diesem Sinn kann sie als Prestigeobjekt betrachtet werden, wie auch schon die Kölner Rheinbrücke, ihre Vorgängerin an gleicher Stelle.

Das nördliche Rheinland befand sich ab den 1830er Jahren in einer gesamtwirtschaftlich sehr guten Lage. Unterstützt wurde die Entwicklung durch den Ausbau des Eisenbahnverkehrs, was unter König Friedrich Wilhelm IV. 1842 mit einem Fonds von sechs Millionen Reichsmark weiter gefördert wurde. Die Stadt Köln entwickelte sich in diesem Zuge zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt im Rheinland und im preußischen Reich. Die Eisenbahnlinien beiderseits des Rheins in Köln zu verbinden war eine wirtschaftspolitische Entscheidung, denn der preußische Staat sah hier die Möglichkeit dem gut ausgebauten französischen und süddeutschen Eisenbahnnetz entgegenzutreten. 

Die im spätgotischen Stil errichtete Rheinbrücke wurde zwischen 1855 und 1859 errichtet. „Durch ihre Lage im städtischen Umfeld der rheinischen Wirtschaftsmetropole sowie ihre effektvolle Ausrichtung auf die Gebäudeachse des Kölner Domes trat sie dennoch als besonders wirkungsmächtiges Monument der zeitgenössischen Technik in Erscheinung.“ (Werquet 2010, S. 403.) Auf der linksrheinischen Seite wird sie von dem Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm IV. (entworfen von Gustav Blaeser (1813-1874)) flankiert und auf der rechtsrheinischen Seite stand das Reiterstandbild seines Bruders, dem späteren Kaiser Wilhelm I. (entworfen von Johann Friedrich Drake (1805-1882)). 

Da die Rheinbrücke allerdings nach der Fertigstellung des Kölner Hauptbahnhofs im Jahr 1894 nicht mehr den verkehrstechnischen Anforderungen entsprach, wurde sie zwischen 1907 und 1911 durch die Hohenzollernbrücke ersetzt. Die neue Bogenbrücke wurde von den Ingenieuren der Königlichen Eisenbahndirektion in Köln Friedrich Dircksen und Fritz Beermann entworfen. Die Brückentürme plante Regierungsbaumeister Franz Heinrich Schwechten. Die beiden Ingenieure und der Architekt Schwechten arbeiteten bereits im Zeitraum von 1905 bis 1910 an dem Bau der Südbrücke in Köln zusammen. 

Im Zuge des Ausbaus zur Hohenzollernbrücke wurden die Reiterstandbilder von Kaiser Friedrich III. im Norden und Kaiser Wilhelm I. im Süden (beide von Louis Touaillon (1862-1919) am linksrheinischen Rheinufer ergänzt und daher die ursprüngliche Aufstellung geändert. An der Nordseite des Deutzer Ufers sitzen heute Friedrich Wilhelm IV. und an der Südseite Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross. Durch die neue Konstellation wurde die Hohenzollernbrücke als Denkmal für Kaiser Wilhelm II. gesehen, in dessen Anwesenheit die Brücke am 22. Mai 1911 eingeweiht wurde.

Nach Beschädigungen während des Zweiten Weltkrieges wurde die Brücke in Teilen wiederhergestellt, die Portalbauten und Brückentürme 1958 allerdings abgebaut. Die Wiederaufstellung der Reiterstandbilder sorgte für kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit. Noch heute ist die Hohenzollernbrücke die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands.

Literatur (Auswahl): 

Jan Werquet, Historismus und Repräsentation. Die Baupolitik Friedrich Wilhelms IV. in der preußischen Rheinprovinz (Kunstwissenschaftliche Studien 160) (zugl. Trier, Univ., Diss., 2006 unter dem Titel: Historismus als gesellschaftliche Repräsentation), Berlin und München 2010

Iris Benner, Denkmäler der Preußenzeit, Ein Stadtrundgang in Köln. (Rheinische Kunststätten, Heft 480), Köln 2004, S. 5-7

Lothar Hammer, Köln - die Hohenzollernbrücke und die deutsche Brückenarchitektur der Kaiserzeit, (Stadtspuren - Denkmäler in Köln 25.), Köln 1997


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