Aachener Dom

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Aachen, Aachener Dom © Shutterstock.com

Gemeinde(n): Aachen
Kreis(e): -
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Adresse: Domhof 1, 52062 Aachen
Baujahr: Grundsteinlegung 795

Der Aachener Dom (Kath. Dom St. Marien), die ehemalige Pfalzkapelle Karls des Großen (747/ 748-814) und Stiftskirche, ist ein beeindruckendes architektonisches Bauwerk mit mehr als tausendjähriger Geschichte. Seine heutige Gestalt erhielt der Dom im Laufe der Jahrhunderte durch zahlreiche Umgestaltungen und Anbauten. 

Im Herzen der dreiteiligen Baugruppe liegt ein achteckiger Zentralbau (Oktogon) aus dem 8. Jahrhundert, der nach byzantinischen Vorbildern durch die karolingische Werkstatt errichtet wurde.
Bei einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1656 wurden unter anderem das Dach des Oktogons und der Türme sowie der angrenzenden Kapellen zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau erhielt die achteckige Kapelle ein barockes Faltkuppeldach. 

Infolge der Besetzung Aachens durch französische Truppen wurden die Säulen aus den Emporen des Oktogons abgebrochen und nach Paris gebracht. Nach dem Wiener Kongress kehrten 1815 fast alle Säulen nach Aachen zurück. 

Im 19. Jahrhundert stieß die preußische Bauverwaltung und ab 1840 König Friedrich Wilhelm IV. an, dem Aachener Dom sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzugeben. Allerdings kam es zu Unstimmigkeiten mit der Stadt Aachen, die mit der Bauaufnahme und Erforschung des Domes beschäftigt war und für eine Gesamtrestaurierung des Kirchengebäudes plädierte. 

Mit der Gründung des Karlsvereins 1847 zur Wiederherstellung des Aachener Münsters setzten Restaurierungsmaßnahmen ein. Neben den barocken Stuckverzierungen im Inneren wurde der Putz der Fassade entfernt, sodass der Aachener Dom seither steinsichtig erscheint. Die aus Paris zurückgekehrten Säulen wurden zwischen 1843 und 1847 wieder eingesetzt. Auf Anweisung von Friedrich Wilhelm IV. ergänzten die Steinmetze der Berliner Firma von Christian Gottlieb Cantian (1794-1866) die fehlenden Säulen durch Kopien. 
Die Fenster der Chorhalle und die romanischen Giebelaufbauten des Oktogons wurden erneuert und 1880/1881 erfolgte die Ausführung des Kuppelmosaiks im Inneren durch den belgischen Architekten Jean-Baptiste Bethune (1821-1894). Die weitere Ausstattung mit Mosaiken, Marmorverkleidungen, Fußbodenbelägen, Fenstern und Leuchtern wurde 1902-1913 nach Entwürfen von Hermann Schaper (1853-1911) vollendet und an den Westbau mit den Treppentürmen schloss sich ein neugotischer Turmaufsatz an. 

Durch seine künstlerische Ausstattung und architektonische Gestalt zählt der Aachner Dom heute zu den UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. 

Literatur (Auswahl): 
Walter Maas, Der Aachener Dom, Regensburg 2013 

Josef Buchkremer, 100 Jahre Denkmalpflege am Aachener Dom, Beiträge zur Baugeschichte, Aachen 1955


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