Schloss Engers

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Luftaufnahme des Schlosses in Engers (wikimedia-User Wolkenkratzer CC BY-SA 3.0).

Gemeinde(n): Neuwied
Kreis(e): -
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Adresse: Alte Schlosstraße 2, 56566 Neuwied
Architekt(en): Johannes Seiz (1717–1779)
Baujahr: 1758–1762

Das barocke Schloss Engers wurde zwischen 1758 und 1762 im Auftrag des Trierer Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff (1701–1768) nach Plänen des Hofbaumeisters Johannes Seiz (1717–1779) erbaut. Als Mitglied einer reichsritterschaftlichen Familie galt von Walderdorff als Jagd- und Kunstliebhaber, der weitere umfangreiche Bauprojekte in seinem Familienbesitz in Molsberg, im kurfürstlichen Palais in Trier und in Wittlich förderte. Das Jagd- und Lustschloss im heutigen Stadtteil von Neuwied ersetzte die mittelalterliche Burg Kunostein aus dem Jahr 1371 am Rheinufer und entsprach den zeitgenössischen Herrschaftsansprüchen.

Die Fassade der Dreiflügelanlage ist durch 17 Fensterachsen, einen Mittelrisalit mit Treppenaufgang und einem darüberliegenden Balkon klar gegliedert. Die vorgelagerte schmiedeeiserne Ehrenhofeinfassung wird von 24 Tuffsteinpfeilern und zwei Torhäuschen gesäumt, die mit roten Sandsteinfiguren und -büsten von Joseph Ignatius Feill geschmückt wurden. Beiderseitig des prunkvoll ausgestalteten Eingangstors thronen die Wappenlöwen des Kurfürsten. Mit Ausnahme der Löwenfiguren wurde die insgesamt 38 Objekte umfassende Skulpturengestaltung des Ehrenhofs im Jahr 1971 aus konservatorischen Gründen entfernt. Sie sind heute zum Teil im Inneren des Schlosses zu sehen. Der Innenraum ist durch Rokokodekor geprägt, der auf die Arbeit des Hofstuckateurs Michael Eytel (1730–1797) zurückgeht. Daneben fertigte der Koblenzer Maler Januarius Zick (1730–1797) die Freskenmalerei der Jagdgöttin Diana im Festsaal (Saal Diana) sowie das Altarblatt der heute nicht mehr vorhandenen Schlosskapelle im linken Flügel des Schlosses an. Landschaftsmalereien im ehemaligen Wohn- und Schlafbereich des Kurfürsten wurden von Hofmaler Bernhard Gottfried Manskirch (1736–1817) und ein Portraitzyklus im Jagdraum von Hofmaler Heinrich Foelix (1732–1803) übernommen. Nach dem Tod des Kurfürsten gelangte ein Teil der Ausstattung in das durch seinen Nachfolger Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739–1812) erbaute kurfürstliche Residenzschloss nach Koblenz. 1803 ging das Schloss in den Besitz des Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (1768–1816), 1815 in den Domänenbestand des Königsreichs Preußen über. In den darauffolgenden Jahren diente es als Unterkunft für Staatsbesuche. So verbrachten der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm 1816 und Staatskanzler Karl August von Hardenberg 1817/18 ihre ersten Besuche in der Provinz in Engers. Kurze Zeit später wurde die Landesbaumschule von Koblenz in den Schlossgarten verlegt.

Ab 1862 wurde es zur Ausbildung der Unteroffiziere und als Lazarett in Kreigszeiten genutzt. 1928 richtete schließlich die Josefs-Gesellschaft eine Schule für Menschen mit Behinderungen, eine Vorgängerinstitutionen des heutigen Heinrich-Hauses, im Schloss ein. 1990 erwarb das Land Rheinland-Pfalz das Schloss. Es folgte eine umfassende Restaurierung nach dem Vorbild des Ursprungszustands und der Verkauf an die Stiftung Villa Musica. Seit 1995 ist die Kammermusikstiftung des Landes Rheinland-Pfalz, ein Museum, ein Hotel und ein Restaurant im Schloss untergebracht.


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